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Seekuh Linda kehrt nach Bad Vöslau zurück

Im Mai 2006 gelang dem Bad Vöslauer Hobby-Paläontologen Gerhard Wanzenböck

ein Sensationsfund am Abhang des Lindenberges südlich von Gainfarn: Nach einer
mehr als einmonatigen wissenschaftlichen Grabung, wurde das fast vollständige
Skelett einer Seekuh geborgen. Diese lebte in der „Gainfarner Bucht“ vor mehr als
15 Millionen Jahren. Ab 9.Mai 2009 kann man „Linda“ im Stadtmuseum von Bad
Vöslau besuchen.

Seekuh-Funde sind zwar auch aus anderen Fundpunkten in Österreich bekannt,
vergleichbare komplette und gut erhaltene Skelette jedoch wurden nur 1867 in Hainburg/
Niederösterreich und 1928 in St. Margarethen/Burgenland gefunden und publiziert. Die
lateinischen Namen sind oft richtige Zungenbrecher und nicht gerade leicht zu merken. So
wurde diese Seekuh aus Bad Vöslau liebevoll „Linda“ getauft, was naheliegend war, da sie
am Lindenberg gefunden worden ist. Seekühe sind ca. 2,5m bis 4m große
Meeressäugetiere, die sich vor mehr als 50 Mio. Jahren aus vierbeinigen landlebenden
Pflanzenfressern entwickelt haben. Zu ihren nächsten Verwandten zählen die Elefanten.
In den letzen Monaten wurden die rund 15 Millionen Jahre alten Knochen unter der Leitung
von Univ. Prof. Peter Pervesler vom Department für Paläontologie der Uni Wien in
aufwendiger und akribischer Arbeit gesichtet, rekonstruiert und konserviert. Parallel dazu
begannen in den letzen Wochen die Umbauarbeiten im Stadtmuseum.
Nun ist es soweit: Ab Mai 2009 kann man die Seekuh Linda im Stadtmuseum von Bad
Vöslau besuchen! „Die Anstrengung und Gelder, die Bad Vöslau dafür zur Verfügung
gestellt hat, sind auf jeden Fall gut angelegt, da nur ganz wenige Museen behaupten
können, derart interessante Funde zu beherbergen.“, erläutert Bürgermeister Christoph Prinz.
Derzeit wird im Museum ein eigener Raum gestaltet, um den Sensationsfund der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen (siehe Foto). Gemeinsam mit anderen Funden aus
Bad Vöslau wird dort von der Museumsleiterin Dr. Silke Ebster, Gerhard Wanzenböck und
dem freiwilligen Museumsteam eine eigene Schau vorbereitet. Der gesamte Raum ist dann
der Gainfarner Bucht - dem Fundort - gewidmet. Die heurige Sonderausstellung im
Stadtmuseum widmet sich diesem Thema und soll am 9.Mai 2009 eröffnet werden.
„Ich freue mich sehr, dass meine Bemühungen Lina wieder nach Vöslau heimkehren zu
lassen, erfolgreich waren und dadurch die Zeit, als Bad Vöslau noch am Meer lag,
anschaulich und lebendig dargestellt werden kann. Die wissenschaftliche Untersuchung hat
übrigens ergeben, dass die in der Gainfarner Bucht gefundene Seekuh Linda tatsächlich
weiblich ist“ freut sich Bgm Prinz, der gemeinsam mit Gerhard Wanzenböck, Prof.
Pervesler und dem Team rund um Museumsleiterin Dr. Ebster in Bezug auf den Fundort
am Lindenberg als Namensgeber fungierte.„ Mein großer Dank gilt allen, die sich so
liebevoll um die „alte Dame“ gekümmert haben!“, schließt Bgm. Prinz.